Tiefgang
Zukunft der Datenlabore weiter ungewiss
Lesedauer: 6 Min.
Daten sind die Basis Künstlicher Intelligenz. Doch während über KI gerade alle gerne reden, steht Datenpolitik meist nicht im Zentrum der Debatten. Mittlerweile hat jedes Bundesressort ein Datenlabor, möglich machten das Gelder aus Europa im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP). Obwohl es erste vielversprechende Ansätze gibt, weiß die Bundesregierung allerdings noch nicht, ob die neuen Einheiten ab 2025 regulär aus dem Haushalt bezahlt – und damit verstetigt – werden. Im Hintergrund laufen gerade die Verhandlungen, eine Entscheidung muss bald getroffen werden. Beteiligte erzählen SZ Dossier, dass es derzeit nicht danach aussieht, dass alle Labore weiter bestehen. „Über die künftige finanzielle Ausgestaltung sowie einen damit verbundenen Zeitplan kann ich keine Angaben machen“, sagte dazu ein Regierungssprecher SZ Dossier.
Doch was ist bisher passiert? „Die Datenlabore der Bundesregierung haben gemeinsam mittlerweile mehr als 100 Anwendungsfälle produziert“, sagte Frederik Blachetta, Chief Data Officer und Leiter des Datenlabors im Kanzleramt, SZ Dossier. „Die Bandbreite reicht von ganz einfachen Dashboards bis hin zu intelligenter Suche und Machine Learning sowie Künstlicher Intelligenz.“ Im Jahr zwei nach Chat GPT gehe es nun darum, „die Anwendungen für die Verwaltung zu finden, die echte Sprunginnovationen erzeugen“. Im Bund wie auch im föderalen Kontext gelte: „Lieber Anwendungsfälle machen und nicht zu viele Konzepte erstellen.“ So komme man nicht nur schneller voran, sondern spare obendrein Geld.
Neu ist zum Beispiel eine Anwendung, mit der die Erstellung von Steckbriefen anderer Staaten automatisiert werden können. Denn bei Reisen des Kanzlers werden aktuelle Briefings zum Zielland erstellt, um unter anderem Gefahren einschätzen zu können. Bisher ist das manuell passiert: „Es gab eine Kollegin oder einen Kollegen, die sich hingesetzt und das zusammengefuchst haben“, sagte Blachetta im November bei einem Vortrag. „Das war manuelle Handarbeit, das hat teilweise mehrere Tage gedauert.“ Innerhalb weniger Tage sei ein digitales Tool für den Prozess entwickelt worden, das nun im Intranet des Bundeskanzleramts für alle zugänglich ist.
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