Guten Morgen! Kennen Sie das, wenn Sie Ihr Passwort ändern müssen, und Sie haben zwei, die Sie immer abwechselnd benutzen, aber Sie dürfen nur eins nehmen, das nicht den vergangenen drei Passwörtern entspricht? Dann schnauben Sie wütend und denken sich nolens volens ein ganz neues aus, wahrscheinlich kein gutes, denn Sie sind in Zeitnot.
Hier laufen Sie dann aber Gefahr eins zu nehmen, das besonders leicht einprägsam ist, denn Sie kennen ja Ihr eigenes Gedächtnis. Also vielleicht der Geburtstag eines lieben Menschen oder so, es sei denn, es müssen auch noch Buchstaben mit rein, oder – Gott bewahre – Sonderzeichen und Groß- und Kleinschreibung durcheinander.
Die Schikane ist gut gemeint, Sie wissen es, denn wir sind alle chronisch angreifbar mit unseren windelweichen, oft quer über Accounts genutzten Passwörtern. Noch nicht angekommen ist das ausgerechnet im Bundesverteidigungsministerium, auf dessen Website jüngst ein Dokument für Pressevertreter passwortgeschützt abrufbar war. Das Passwort lautete 1234 und stand auch so auf der Website.
Zugang verschaffte einem das Passwort übrigens zu einem die abgehörte Luftwaffen-Kommunikation betreffenden Pressestatement. Und die ist ja, wie wir jetzt wissen, auch nur ein weiteres Beispiel dafür, dass Minister Pistorius den Bendlerblock vielleicht mal wieder geschlossen in ein Cybersicherheitsseminar schicken sollte. Schaden könnt’s nicht.
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