Tiefgang
Sozialversicherer und BSI: Hand in Hand in die Cloud
Lesedauer: 7 Min.
Ein oft auf Papier diskutiertes Problem, das derzeit unter realen Bedingungen gelöst werden soll: „Wir wollen uns anschauen, wie wir mit einer Anwendung – möglichst automatisiert und mit wenig Kosten verbunden – von der Cloud A in die Cloud B kommen“, sagte Harald Joos SZ Dossier. Er leitet seit Februar ein Cloud-Reallabor am Govtech Campus in Berlin, auf dem staatliche und privatwirtschaftliche Akteure zusammenkommen sollen. „Das werden wir anhand einer Anwendung aus dem Sozialversicherungsbereich durchspielen.“
Joos ist seit Jahren zum Thema Cloud aktiv, will die Angebote der großen amerikanischen Anbieter auch für den Staat nutzbar machen – aktuell als Cloud-Beauftragter der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV Bund), zuvor als CIO im Bundesfinanzministerium. Unter seiner Federführung preschten die Sozialversicherer in den vergangenen Monaten vor: Derzeit läuft eine große Ausschreibung für einen Cloud-Broker, über den erstmals umfassend Cloud-Dienste eingekauft werden können (SZ Dossier berichtete).
Das Thema Cloud ist hochpolitisch. Gerade im öffentlichen Sektor geht es schließlich um sensible Daten der Bürgerinnen und Bürger – wie eben Sozialversicherungsdaten. Aber auch um geheime Informationen, zum Beispiel aus dem Sicherheitsbereich. Moderne Waffensysteme sind ebenfalls auf die Cloud angewiesen. Doch die großen Anbieter wie Microsoft, Amazon und Google – sogenannte Hyperscaler – kommen alle nicht aus Europa. Ein Balanceakt also.
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