Russlands Wirtschaft schwächelt: Der starke Fokus auf die Rüstungsindustrie trägt den Rest der Ökonomie längst nicht mehr wie zu Beginn des Ukraine-Feldzugs. Zugleich wurde beim G7-Gipfel vor einer Woche in Évian deutlich: Erstmals halten die Staats- und Regierungschefs einen militärischen Sieg Russlands nicht mehr für unausweichlich; stattdessen sehen sie neuen Schwung auf ukrainischer Seite. Moskau investiert derweil Milliarden Rubel und enorme personelle Ressourcen in nur geringe Geländegewinne an der Front. Sanktionen treiben die Kriegskosten – sie wirken, haben aber bislang noch keinen Kipppunkt in Moskaus strategischem Kalkül erzwungen.
Aus Sicht der Verbündeten eröffnet sich nun ein Zeitfenster, die Kostenkalkulation im Kreml zu verändern. Viele Kriege enden aus ökonomischen Gründen. „Alle G7-Partner werden den Druck auf Moskau erhöhen, auch durch Sanktionen“, sagte Bundeskanzler Merz in Évian. Die EU arbeitet derzeit am nächsten Sanktionspaket, mit der Nummer 21 – und hat zuletzt zusätzliche Maßnahmen gegen Dutzende Personen und Organisationen, vor allem aus dem militärisch-industriellen Komplex, verhängt. Laut einer neuen Studie des Kiel-Instituts für Weltwirtschaft (IfW) ist die Wirkung neuer Sanktionen derzeit besonders hoch.
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