Tiefgang
Paus zu Altersgrenzen im Netz: „Wir brauchen Schutz“
Lesedauer: 6 Min.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und sein Premier Gabriel Attal kündigten Anfang des Jahres an, Altersgrenzen für Soziale Medien einführen zu wollen. In Deutschland zog Familienministerin Lisa Paus (Grüne) nach und forderte ebenfalls Kontrollen bei Plattformen und Apps. Doch wie soll das überhaupt technisch funktionieren? „Wir prüfen gerade gemeinsam mit dem Innenministerium, wie wir datenschutzkonform eine Altersprüfung im Netz ermöglichen können“, sagte Paus im Interview mit SZ Dossier. Viele Plattformen wie Tiktok seien laut Nutzungsbedingungen zwar erst ab 13 Jahren erlaubt. „Aber das hat mit der Realität nichts zu tun, weil es einfach nicht kontrolliert wird.“
Das Thema sei „hochrelevant“, so Paus. Die Problematik reiche von Social Media bis zu Gaming-Plattformen. Fast ein Viertel der Achtjährigen sagten, dass sie im Netz bereits mit Erwachsenen in Kontakt gekommen sind. „Das kann niemand wollen, da brauchen wir Schutz.“
Paus gibt erstmals Einblicke über den Stand des Vorhabens. „Wir haben uns einige Optionen angesehen“, sagte sie. Bisher hieß es oft, dass eine Altersverifikation aus Datenschutzgründen gar nicht möglich sei. Technologien wie Gesichtserkennung, um das Alter zu bestimmen, sieht Paus „kritisch“. Der E-Perso als Option falle auch weg, weil Kinder ihn noch nicht besitzen.
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