Guten Morgen. „Sagen Sie’s ruhig nochmal, Berlin ist besser als München.“ Nachdem am Mittwoch schon Frankfurt dran war, bekam gestern auf der Fintech Berlin die bayerische Hauptstadt eine mit – von niemand geringerem als Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD). Für die anwesenden Münchner Techies war es eine Abwechslung. Sonst hören sie nur „München ist wie Austin, nur schöner“ oder so. Söder-Sätze halt.
Doch Giffey ging noch weiter und hätte Söder wohl getriggert, wie man so schön sagt, wäre er denn da gewesen. „Vielleicht werden wir eines Tages nicht mehr ein Land sein, das aus dem Länderfinanzausgleich Geld bekommt, sondern werden Geberland“, sagte sie mit Blick auf das ökonomische Potenzial der Berliner Fintech-Szene. „Bayern war 30 Jahre lang ein Nehmerland“, fügte sie hinzu.
Sie sei ja nicht auf Wahlkampftour, beteuerte Giffey auch, rührte aber dennoch ein bisschen die Werbetrommel für die schwarz-rote Koalition der Hauptstadt. Immerhin habe man beschlossen, das sogenannte House of Finance and Tech mit mehr als vier Millionen Euro zu unterstützen, „um die Leute zusammenzubringen“.
Die Betonung lag hier auf Leute, heißt: nicht nur Männer. „Sorry, boys, aber wir brauchen mehr Frauen in Fintech“, sagte Giffey, und ein Blick ins Plenum machte es schwer, ihr da zu widersprechen. „Girls, girls, girls“, sagte sie, und mahnte, den Girls’ Day für mehr weibliche Begeisterung an Mint-Fächern ernst zu nehmen. Erwartbar gab es viel Applaus. Denn ohne T kann man Mint nicht schreiben, und Fintech eben auch nicht.
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