Tiefgang
NFT-Betrügereien beschäftigen die US-Behörden
Lesedauer: 6 Min.
Es sind Fälle wie diese, die der US-Regierung große Sorgen bereiten: Im April 2022 wollten zwei Männer aus Florida und Alabama eine neue Kunstsammlung herausgeben. Sie waren bekannt für ihre Bildchen von Skeletten, bunt illustriert und im Comic-Stil. Das Besondere: Die Werke sollte es nicht als Druck geben, sondern ausschließlich digital, mit sogenannten Non-Fungible Tokens (NFTs). Sie sind so etwas wie digitale Besitzurkunden. Doch nachdem die beiden Männer schon mehr als 135.000 Dollar für ihre Bildchen eingesammelt hatten, gaben sie ihr Projekt kurzerhand auf – und setzten sich mit dem Geld ab, so lautet zumindest der Vorwurf.
Das US-Finanzministerium hat das Risiko für Betrug durch NFTs jetzt erstmals ausgiebig untersucht – und warnt vor hohem Missbrauchspotenzial. In seinem 29-seitigen Risikobericht aus der vergangenen Woche hält das Haus von Janet Yellen fest, dass die Tokens „sehr anfällig für Betrug und Schwindel“ seien. Schuld daran hätten auch die Plattformen, über die Nutzer die NFTs handeln. Die Empfehlung des Ministeriums lautet daher: aufklären und notfalls stärker regulieren.
Non-Fungible Tokens sind so etwas wie digitale Quittungen für den Kauf von virtuellen Gegenständen. Mit ihnen lässt sich etwa das Eigentum an einem digitalen Kunstwerk belegen, darunter Bilder, Videosequenzen oder Musik. Ohne NFTs hätte es digitale Kunst schwer. Schließlich lassen sich Werke im Netz mit wenigen Klicks kopieren und sind nicht vom Original zu unterscheiden – das verwässert den Wert. Weil die NFTs jedoch in der Blockchain gespeichert sind, gelten sie als fälschungssicher. Statt des eigentlichen Kunstwerks werden deshalb die Besitzurkunden gehandelt. Den Preis bestimmt die Nachfrage im Markt.
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