Tiefgang
Krieg und Informationskrieg in der Ukraine
Lesedauer: 6 Min.
Tucker Carlson hat Wladimir Putins Lügen neulich nicht nur unwidersprochen gelassen, er hat sie sich sogar erbettelt. Es wäre nicht nötig gewesen.
Der Kreml hat Wege und Mittel, seine als Fakten getarnten Behauptungen unter die Leute zu bringen, vor allem online. „Meiner Beobachtung nach hat sich die russische Propaganda auf Plattformen konzentriert, die leicht zu manipulieren sind“, sagte Anton Protsiuk, Programm-Koordinator bei Wikimedia Ukraine. Soziale Medien, zum Beispiel Facebook und X böten sich dafür an, denn auf ihnen könne man „leicht ein riesiges Bot-Netz ausspucken“, sagte Protsiuk SZ Dossier.
In diesen Wochen ereilen die Ukraine mehrere Jahrestage. Ab Mitte Februar vor zehn Jahren eskalierten Proteste in dem Land, die heute als Euromaidan oder Revolution der Würde bekannt sind. Daraufhin annektierte Putin völkerrechtswidrig die Krim, es jährt sich kommende Woche zum zehnten Mal. Am Samstag schließlich ist es genau zwei Jahre her, dass Putin tatsächlich in einem souveränen Land einmarschierte. Der Rest ist Geschichte. Seitdem herrscht Krieg in Europa – an der Front und in der Informationsbeschaffung.
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