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Tiefgang

KI – Konkurrent oder Kollege?

Lesedauer: 5 Min.

Wer gestern frei hatte, hat vielleicht auch an die wechselseitige Geschichte des Tages gedacht, der die Bedeutung der Arbeit hervorheben soll. Diese Geschichte reicht zurück bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts, als Forderungen nach einem Acht-Stunden-Tag aufkamen. Und auch heute sprechen wir wieder über Arbeitszeit, Arbeitskräftemangel, Mindestlohn, steuerfreie Überstunden, Renteneintrittsalter und vieles mehr. Es wird, kurzum, debattiert, wie der Wohlstand am besten erarbeitet werden kann. Neu in der Debatte: KI.

„Anfang der 80er-Jahre gab es mal einen Kollegen, der warnte vor der Einführung von ISDN – man mag sich das heute gar nicht mehr vorstellen“, sagte Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) am Dienstag auf einer Veranstaltung zum Potenzial von KI in seinem Ministerium. Der Kollege, einer anderen Partei angehörend als der FDP, habe dann auch eine „Maschinensteuer“ gefordert, um das Land vor zu schlimmen Verwerfungen zu schützen. Lindner hatte die Lacher auf seiner Seite: Zu oft hat sich die Angst vor dem Fortschritt als unbegründet herausgestellt.

„Mir begegnet häufig die Angst, dass durch die Automatisierung Arbeitsplätze wegfallen“, sagte dazu Patrick Bunk, Unternehmer und KI-Kenner. „Dies mag in Ausnahmefällen so sein, im überwiegenden Teil geht es aber vor allem darum, dass man schon auf absehbare Zeit sieht, dass man nicht mehr genauso viel Fachkräfte wie bisher zur Nachbesetzung bekommen wird“, sagte er. KI also als Helfer in der Not?

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