Tiefgang
„Keine Bagatellen“: Hate-Aid-Chefin zu digitaler Gewalt
Lesedauer: 6 Min.
Wie eine Faust, die aus dem Rechner kommt und einfach so ins Gesicht schlägt. So beschreibt Anna-Lena von Hodenberg die Erfahrung vieler Menschen, die digitale Gewalt erlebt haben. „Nur dass die Betroffene nicht das Gesicht der angreifenden Person sehen, was es oft noch schlimmer macht.“
Von Hodenberg ist eine von zwei Geschäftsführerinnen von Hate Aid, einer Organisation, die Betroffene von Hass im Netz unter anderem durch Beratung und Prozesskostenfinanzierung unterstützt. Die Geschäftsführerinnen der Organisation waren auch die vergangenen drei Tage auf der Republica gefragte Gesprächspartnerinnen. Ihre Message: Die rechtlichen Voraussetzungen für Betroffene müssen sich verbessern.
Auch die Bundesregierung hat das Problem an sich erkannt: Vor einem Jahr legte Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) erste Eckpunkte für ein „Gesetz gegen digitale Gewalt“ vor. Wer im Netz belästigt oder bedroht wird, soll sich künftig juristisch besser wehren können. Das geplante Gesetz geriet aber ins Wanken. Vor allem weil zwei neue Gerichtsurteile Buschmanns Vorhaben vor rechtliche Hürden stellten (SZ Dossier berichtete).
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