Tiefgang
Gesundheitsdigitalisierung zwischen Wunsch und Wirklichkeit
Lesedauer: 7 Min.
Hilfsbereite Roboter, Künstliche Intelligenz, die Krebstumoren erkennt, und allerlei neonblinkende Technologie, die Ärztinnen und Pflegenden den Job erleichtern und Patienten beim Gesundwerden helfen soll – wer in den vergangenen drei Tagen über die E-Health-Fachmesse DMEA lief, konnte für einen kurzen Augenblick den Eindruck bekommen, das deutsche Gesundheitswesen sei bereits volldigital.
Als dann aber Florian Hartge, Interims-Geschäftsführer der teilstaatlichen Gematik, die die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens umsetzen soll, auf einem Panel gebeten wurde, nur positive Nachrichten zu verkünden, fiel ihm das scheinbar doch gar nicht so leicht. Sein Fazit des Status quo: Natürlich funktioniere im Hinblick auf Gesundheitsdigitalisierung in Deutschland nicht immer alles super, gerade bei der Gematik selbst, aber der Vorwärtstrieb und der Wille seien da.
Was passiert bereits und was blockiert den Fortschritt? Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gab sich an Tag eins der Branchenmesse selbstbewusst. Mit seinen neuen Digitalgesetzen erwartet er, in Deutschland bald den weltweit größten Medizindatensatz bereitstellen zu können. Expertinnen und Experten dürften skeptischer sein, momentan verlagern Unternehmen ihre Forschung noch ins Ausland, etwa nach Großbritannien, weil dort der Datenzugriff leichter ist.
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