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Tiefgang

„Es ist eigentlich ein unhaltbarer Zustand, dass weiterhin nicht in allen Pathologien systematisch digitalisiert wird“

Lesedauer: 8 Min.

Jährlich sterben in Europa 1,2 Millionen Menschen an Krebs. Das geht aus EU-Zahlen aus dem Jahr 2020 hervor. Für Niels Grabe eine frustrierend hohe Zahl: „Die meisten Krebserkrankungen wären heilbar, wenn sie früh genug erkannt würden.“ Grabe ist Professor am Institut für Pathologie der Universitätsmedizin Göttingen und Mitglied im Konsortium des niedersächsischen Zentrums für KI und kausale Methoden in der Medizin (Caimed).

Mehr als 20 Forschende der Informatik und Medizin aus Hannover, Göttingen und Braunschweig wollen Gesundheitsdaten in dem neuen KI-Zentrum Caimed stärker für Entwicklung und Validierung von KI nutzen. Die Idee ist, innovative Methoden zu entwickeln, etwa um Volkskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionen zu bekämpfen. Immerhin 15 Millionen Euro steht ihnen dafür aus dem Programm Zukunft Niedersachsen des niedersächsischen Forschungsministeriums und der Volkswagenstiftung für den Zeitraum 2023 bis 2028 zur Verfügung.

Künstliche Intelligenz könne im Kampf gegen Krebs einen relevanten Unterschied machen, findet Grabe. Denn die Onkologie profitiere stark von Früherkennung, Diagnostik und Therapieentscheidungen, „alles Teilbereiche, die von KI sehr gut unterstützt werden können“, sagte er. Bei Caimed liege der Fokus auf der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung. Im Bereich der Onkologie seien dies etwa KI-basierte Krebsfrüherkennung in Abstrichen, die Suche von Zielstrukturen bei Krebs und die KI-basierte Unterstützung für oder gegen bestimmte Immuntherapien.

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