Tiefgang
Elektronische Patientenakte: Enttäuschte Hoffnungen schon bevor es losgeht
Lesedauer: 7 Min.
Der Termin ist klar, an ihm soll nicht gerüttelt werden. Am 15. Januar 2025 bekommen alle gesetzlich Versicherten in Deutschland, die nicht widersprechen, eine elektronische Patientenakte. Doch bereits jetzt zeichnet sich ab: Um die politisch gesetzte Frist halten zu können, kommt die „ePA für alle“ zu Beginn mit Abstrichen.
Im vergangenen Jahr versprach Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) „eine geordnete Übersicht über Arztbriefe, Befunde, Medikamente“. Ärzte könnten schnell erkennen, ob es bei Medikamenten Wechselwirkungen gebe und ob ein anderer Arzt schon vorher dasselbe untersucht habe. Bei den Arzneimitteln werde es „von Anfang an systematisierte Einträge“ geben, damit Ärzte und Apotheker einen schnellen Überblick bekämen.
Momentan stehe man mit der ePA allerdings „noch sehr am Anfang“, räumte Susanne Ozegowski, Abteilungsleiterin für Digitalisierung im Bundesgesundheitsministerium, kürzlich auf der E-Health-Konferenz DMEA ein. Man wolle aber so schnell wie möglich „endlich mal loslegen“, sagte sie. Schließlich sei man es allen Patientinnen und Patienten schuldig, den Nutzen der elektronischen Patientenakte, „endlich auch praktisch“ ins Gesundheitssystem zu bringen.
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