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Tiefgang

eIDAS: Für Deutschland tickt die Uhr

Lesedauer: 7 Min.

Heute wird das Europäische Parlament über die überarbeitete eIDAS-Verordnung abstimmen. In dem Gesetz werden die Rahmenbedingungen für elektronische Identitäten (eID) in Europa geregelt. Kern des Ganzen sind digitale Brieftaschen für Europa, sogenannte Wallets, in denen Nachweise und Ausweise auf dem Smartphone gespeichert werden können. „eIDAS ist für Deutschland die letzte Chance, um digital aufzuholen zum Rest Europas“, sagte Clemens Schleupner, eID-Experte beim Bitkom. Denn während Frankreich bereits jetzt eine eigene Wallet anbietet (SZ Dossier berichtete), in der zum Beispiel schon ein digitaler Führerschein abgelegt werden kann, gebe es in Deutschland noch nicht einmal eine breite Nutzung der eID. „Das ist schon eine sehr große Diskrepanz.“

„Für Deutschland tickt die Uhr“, sagte Schleupner. Denn Druck gibt es von mehreren Seiten. „Zum einen muss Deutschland, wie alle EU-Staaten, eine Wallet anbieten oder zulassen.“ Hier sei Eile geboten: „Denn die muss noch entwickelt und getestet werden.“ In zwei Jahren müsse sie einsatzfähig und bekannt sein, damit sie genutzt wird. „Außerdem muss die Basis mit der deutschen eID deutlich weiter verbreitet und genutzt werden“, sagte Schleupner. Für die erstmalige Einrichtung der Wallet werden Bürger nämlich „voraussichtlich“ den E-Perso brauchen, erklärte das zuständige Bundesinnenministerium kürzlich (SZ Dossier berichtete).

„Zum anderen sind auch die Unternehmen gefragt, weil es Annahmepflichten gibt“, sagte Schleupner. Denn viele Branchen müssen künftig die EU-Wallet akzeptieren. Das wird ein großer Aufwand. Unternehmen müssten sich daher schon jetzt damit auseinandersetzen, was auf sie zukommt. „Das braucht auch IT-Investitionen, damit man das technisch umsetzen kann.“

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