Tiefgang
Digitales Bauen: Schluss mit LKWs voller Akten
Lesedauer: 5 Min.
Schneller, billiger, nachhaltiger: das sogenannte Building Information Modeling (BIM) gilt als die Zukunft des Bauens. Während sich andere Staaten schon länger auf den Weg gemacht haben, gebe es in Deutschland aber „noch Luft nach oben“, sagte Katharina Klemt-Albert, Professorin für Baumanagement, Digitales Bauen und Robotik im Bauwesen an der RWTH Aachen, SZ Dossier. Die Situation: dramatisch. „Es kann doch nicht sein, dass wir heute immer noch unzählige Aktenordner ausdrucken und in Papier prüfen.“ Bei großen Bauprojekten könnten die Unterlagen „einen ganzen LKW“ füllen.
Das sei ineffizient und fehleranfällig, kritisieren Experten. Denn Bauvorhaben sind extrem komplex zu koordinieren, viele verschiedene Gruppen sind beteiligt: Ingenieure, Architektinnen, Umweltplaner, Bauteilhersteller und viele weitere. Jeder ist lediglich für seinen Bereich verantwortlich, zentral den Überblick zu bewahren, ist schwierig. Deshalb müssen sich alle ständig auf den neuesten Stand bringen, es wird viel Papier herumgereicht, das Ganze kostet extrem viel Zeit – ungeplante Kostensteigerungen inklusive. Am Ende solcher Abstimmungsprozesse stehen manchmal Desaster wie der Flughafen in Berlin.
Doch das Ganze hat vor allem Auswirkungen auf die unmittelbare Zukunft: Die Ampel will eigentlich hunderttausende Wohnungen bauen, das Schienennetz erweitern und Straßen und Brücken modernisieren. Das wird nicht allein durch Bürokratieabbau funktionieren, sondern braucht gänzlich neue Prozesse im Bausektor.
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