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Tiefgang

Der E-Perso und die Leiden der Banken

Lesedauer: 7 Min.

Dass die Bundesregierung den Pin-Rücksetzdienst für die Online-Ausweisfunktion (eID) des Personalausweises aus Kostengründen deaktiviert hat (SZ Dossier berichtete), sorgt weiterhin für Kritik. Besonders betroffen zeigen sich Banken und Versicherungen, die die staatliche, elektronische Identität in den vergangenen Jahren verstärkt in ihr Angebot an Identifikationsmöglichkeiten aufgenommen haben. So auch die ING, bei der man seit November 2022 ein Bankkonto mit der eID eröffnen kann. Dafür verantwortlich war Ronnie Schrumpf. Er kümmert sich in der ING um alle Fragen des Identitätsmanagements – seit mehr als zehn Jahren. In der Politik fehle vielleicht das Bekenntnis, sagte er im Interview mit SZ Dossier, „nun wirklich auf die eID zu setzen“.

Doch der Reihe nach: Digitale Identitäten sind in der digitalen Welt der Schlüssel zu Services von Staat und Wirtschaft. Während andere Staaten schon seit Jahren Lösungen einsetzen, die in der Breite der Bevölkerung angekommen sind, wird die deutsche eID bis jetzt nicht stark genutzt. Der Personalausweis im Scheckkartenformat wurde im November 2010 eingeführt. Durch den Chip im Ausweis ist eine elektronische Identifizierung möglich. Mehr als 13 Jahre später nutzen allerdings laut E-Gov-Monitor der Initiative D21 lediglich 14 Prozent der Bürgerinnen und Bürger die Online-Ausweisfunktion.

Warum ist das so? „Dafür gibt es ein paar Faktoren“, sagte Schrumpf. Die nett gemeinte Interpretation: Die deutsche eID sei „ihrer Zeit weit voraus“ gewesen. Denn: „Wenn Bürger 2010 ein Bankkonto eröffnet haben, dann haben sie das über den Desktop gemacht.“ Niemand hatte damals entsprechende Lesegeräte für die Scheckkarten. „Das konnte nicht funktionieren.“ Anders ist es heute, wo sich vieles auf das Smartphone verlagert hat, mit dem Nutzer Daten aus Karten auslesen können – etwa aus Kreditkarten, aber eben auch aus dem Personalausweis.

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