Tiefgang
„Brauchen viel mehr Reallabore“: KI in der Landwirtschaft
Lesedauer: 5 Min.
Eine Pflanzenbonitur sieht heute meist so aus: Ein Mensch geht mit einem Klemmbrett auf das Feld, begutachtet die Pflanzen und notiert sich die Merkmale. Ähnlich wie bei einer Inventur im Laden. Nur, dass der Ort deutlich größer ist und der Boniteur nicht das ganze Feld ablaufen kann, um einen möglichen Schädlingsbefall der Pflanzen zu entdecken.
Wie Künstliche Intelligenz diesen Prozess vereinfachen und verbessern kann, haben sich in den vergangenen drei Jahren Lennart Puck und seine Kolleginnen und Kollegen vom Forschungszentrum Informatik (FZI) angeschaut. Das Ergebnis des Projektes „BoniKI“: Ein, wenn es nach Puck geht, „sehr hilfreiches Tool, um großflächig in schnellerer Laufzeit eine Bonitur vorzunehmen“.
Bei der herkömmlichen Variante arbeiten die Boniteure mit Stichproben und rechnen diese über statistische Analysen auf das gesamte Feld hoch. Mit einer Drohne dagegen könne man die ganze Fläche überfliegen und hochauflösende Daten der Pflanzen bekommen. Mittels KI werden Nutzpflanzen von Unkraut unterschieden. „Dadurch bringen wir mehr Objektivität rein“, so Puck. Das heißt aber nicht, dass die KI den Boniteur komplett ersetzen soll. „Das Wissen der Landwirtschaft ist super wertvoll. Wir brauchen das und wollen unser Tool als Hilfsmittel an die Hand geben“, sagte Puck.
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