Tiefgang
30.000 Neuronen ohne Synapsen
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Der öffentliche Sektor ist ein wichtiger Absatzmarkt für Technologie. Von der vernetzten Energieversorgung, über smarte Mobilität bis hin zu moderner Software für die Polizei: Vom Bundesministerium bis zum kleinen Dorf braucht es digitale Lösungen. Start-ups könnten helfen. Doch wie groß ist das Stück, das sie theoretisch davon bekommen könnten? Govtech-Start-ups hätten in Deutschland ein Potenzial von jährlich rund 30 Milliarden Euro, bekämen aber nur knapp 1,9 Milliarden, errechneten das Beratungsunternehmen Sopra Steria und das Start-up Govmind in einer Studie, die morgen erscheint und SZ Dossier vorab vorliegt.
Ausgangspunkt der Berechnung: „Bund, Länder, Kommunen sowie öffentliche Unternehmen und Einrichtungen kaufen jährlich für über 350 Milliarden Euro Produkte und Dienstleistungen ein“, heißt es in dem Papier. Dabei handelt es sich um eine Schätzung, die seit Jahren – auch von der Bundesregierung – verwendet wird. Genau kennt die Zahl niemand. „Dabei ist Beschaffung ein zentraler Heber, mit dem man strategisch viel bewirken kann“, sagte Govmind-Gründer Manuel Kilian SZ Dossier. Sein Start-up betreibt eine Datenbank zu Govtech-Start-ups und deren Lösungen.
„Dass es im Beschaffungsbereich eine so schlechte Datenbasis gibt, ist ein Problem“, sagte Kilian. Wie hoch der Anteil an innovationsrelevanten Ausgaben ist, wisse nämlich auch niemand wirklich. „Wir rechnen mit Zahlen aus dem Jahr 2016, weil die Bundesregierung danach nichts mehr erhoben hat.“ Das Ergebnis der älteren Studie des Bundeswirtschaftsministeriums: 12 bis 15 Prozent des Gesamtvolumens werde für Innovationen ausgegeben.
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