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Meldung

Gesundheitsdatennutzung: Deutsche misstrauen Pharmaunternehmen und Krankenkassen

Diese Meldung stammt aus dem folgenden Briefing des Dossiers Digitalwende:

Die Bereitschaft, Gesundheitsdaten generell für die Forschung zu nutzen, ist unter Deutschen mit 77,6 Prozent hoch. Das ergab eine Studie von Elnet, einer Denkfabrik und Netzwerkorganisation für deutsch-israelische Beziehungen, die gestern vorgestellt wurde und heute veröffentlicht wird. Unter den befragten Israelis war die Bereitschaft mit 88,36 Prozent sogar noch höher. Für die Umfrage der German Israeli Health Forum for Artificial Intelligence (GIHF-AI) wurden 2052 Teilnehmende befragt, 1219 deutsche Staatsbürger und 833 israelische Staatsbürger. Die Autorinnen und Autoren wollten auch herausfinden, ob sich die Unterschiede in der Nutzung von Gesundheitsdaten zwischen Israel und Deutschland auch in der Bereitschaft der Bevölkerung widerspiegeln, ihre Daten den Gesundheitseinrichtungen anzuvertrauen.

Daten nutzen ja, aber von wem: Aus Sicht von Sylvia Thun, Direktorin der Core Unit Digitale Medizin und Interoperabilität an der Charité, die die Studie wissenschaftlich beraten hat, seien die Ergebnisse „so zu erwarten“ gewesen. „Bürger möchten Gesundheitsdaten teilen, vor allem mit Forschung, Kliniken und Ärzten“, sagte Thun SZ Dossier. Allerdings sind mehr als die Hälfte (55,46 Prozent) der Befragten dagegen, dass Krankenkassen Daten für die Forschung nutzen. In Israel betrug die Ablehnung für die Nutzung von Gesundheitsdaten für Forschung durch die Krankenkassen 48,86 Prozent. Insgesamt 90,89 Prozent der Befragten in Deutschland gaben an, nicht in die Daten von Pharmaunternehmen für klinische Zwecke zu vertrauen. (In Israel waren es 85,23 Prozent.) „Interessant ist, dass Bürger in beiden Ländern mit Pharma eher keine Daten teilen wollen, aber mit Wissenschaftlern.“ Diese arbeiteten aber in klinischen Studien meist mit MedTech und Pharmaunternehmen zusammen. „Es benötigt Aufklärung und Health Data Literacy“, sagte sie.

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