Meldung
AI Act: Wissenschaftler appellieren an Bundesregierung
Diese Meldung stammt aus dem folgenden Briefing des Dossiers Digitalwende:
Der AI Act der EU sollte wirklich nicht in der Form verabschiedet werden, in die ihn Deutschland, Frankreich und Italien gießen wollen, argumentieren knapp zwei Dutzend Wissenschaftler in einem offenen Brief an die Bundesregierung, der gestern vom Center for AI Risks & Impacts (Kira) veröffentlicht wurde. Darin geht es erneut um die umstrittene Regulierung von KI-Basismodellen, die Berlin, Paris und Rom inzwischen unter Verweis auf mögliche Nachteile bei der Innovationsfähigkeit zugunsten einer Selbstregulierung durch die Anbieter ablehnen.
Auf den Kopf gestellt: Das Argument mit den Innovationen haben sich die KI-Experten in dem Schreiben besonders vorgenommen. „Ökonomisch betrachtet ist die Sicherheit von Grundlagenmodellen eine notwendige Voraussetzung für Tausende von KMUs und andere nachgelagerte Anwender, die diese Grundlagenmodelle für ihre innovativen Produkte nutzen möchten“, heißt es in dem Brief. „Sie können sich Haftungsrisiken und exzessive Compliance-Kosten, die sich aus einem potenziell unsicheren, ihrem Produkt zugrunde liegenden Grundlagenmodell ergeben, nicht leisten.“ Daher wirke es innovationshemmend, Grundlagenmodelle aus dem AI Act herauszunehmen. Sicherheitsrisiken: Die Autoren warnen davor, dass ein System der Selbstregulierung hinter angemessenen Standards zurückbleiben würde. „Nur die Anbieter von Grundlagenmodellen können die ihnen inhärenten Risiken umfassend adressieren“, so der Brief weiter. „Sie allein haben Zugang zu bzw. Wissen über die Trainingsdaten ihrer Modelle, deren Sicherheitsschranken, wahrscheinliche Schwachstellen und andere zentrale Eigenschaften.“ Die Sicherheit von Millionen von Menschen sei potenziell gefährdet, wenn Risiken, die von Basismodellen ausgehen, nicht auf der Ebene eben jener Modelle eingehegt würden.
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