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Gastbeitrag

Warum Merz in Peking auf Beziehungen statt Konfrontation setzt

Lesedauer: 4 Min.

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Marina Rudyak

Kreml- und Zhongnanhai-Watcherin

Die Sinologin Marina Rudyak forscht an der Universität Heidelberg zur geopolitischen Rolle Chinas mit Fokus auf dem globalen Süden. Sie ist Mitbegründerin des Decoding-China-Dictionary, das den Sprachgebrauch der Kommunistischen Partei aufschlüsselt. Rudyak wurde in Moskau geboren.

Friedrich Merz reist nach China, und kaum veröffentlichte das Kanzleramt die Pressemitteilung – „Eine faire, zuverlässige Partnerschaft auf Augenhöhe: Dieses Angebot nehme ich mit nach China“ – stand der Vorwurf der Naivität im Raum. Wie könne man von fairer Partnerschaft sprechen, wenn systemische Rivalität längst Realität sei?

Diese Kritik verkennt den eigentlichen Kontext. Merz‘ Worte sind, trotz der mitgereisten großen Wirtschaftsdelegation, kein Ausdruck des „Weiter-so“, sondern die Anerkennung einer neuen europäischen Realität: Außenpolitik besteht heute im Management gleichzeitiger Abhängigkeiten.

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