Gastbeitrag
Trumps Amerika: Wenn Macht keine Kritik mehr duldet
Lesedauer: 6 Min.

Cathryn Clüver Ashbrook
Senior Advisor bei der Bertelsmann-Stiftung
Cathryn Clüver Ashbrook ist deutsch-amerikanische Politikwissenschaftlerin und Senior Advisor bei der Bertelsmann-Stiftung. Sie forscht zu Wirtschaftssicherheit. Früher einmal war sie Korrespondentin bei CNN, es folgten Stationen bei Roland Berger und an der Harvard Kennedy School. Später wurde sie Direktorin der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. Kürzlich ist ihr neues Buch erschienen: Der amerikanische Weckruf. 250 Jahre US-Demokratie – und ein Jahr Trump-Präsidentschaft, die sie systematisch demontiert.
„Keine liberale Demokratie mehr“ – so lautet das kurze, aber klare Urteil des renommierten Varieties of Democracy Institute (V-Dem) aus Göteborg in seinem aktuellen Jahresbericht zur politischen Verfasstheit der USA. Die Geschwindigkeit, mit der dort demokratische Institutionen ausgehöhlt worden seien, sei, so die Forscher, „in der modernen Geschichte einzigartig“. Ihre Bewertung stützt sich auf 48 Indikatoren und Datensätze, die von 1789 bis 2025 reichen – und ergibt ein eindeutiges Bild: Die Vereinigten Staaten entfernen sich rapide von ihren eigenen demokratischen Leitplanken.
Ein zentrales Kriterium der Analyse: der Verlust interner Kontrollmechanismen. Kaum irgendwo wird dieser Zusammenbruch der Expertise, die in einer funktionierenden Demokratie Macht begrenzt und korrigiert, derzeit so deutlich wie im US-israelischen Krieg gegen den Iran.
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