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Geoökonomie-Briefing

So wirkt der Iran-Krieg auf ein deutsches Chemieunternehmen

Lesedauer: 21 Min.

Die Lage. Der Showdown mit Ungarns Viktor Orbán blockiert die gesamte EU. Er verhindert einen 90-Milliarden-Kredit an die Ukraine, weil Kiew eine Pipeline für russisches Öl aus seiner Sicht nicht schnell genug repariert. Kroatien hat längst angeboten, Ungarn ersatzweise mit Öl zu beliefern. Doch darum geht es Orbán gar nicht.

Seine Motivation ist innenpolitisch: Im April sind Wahlen, und die Opposition führt in Umfragen. Die EU kann nur zusehen, wie Orbán Wahlkampf gegen Brüssel und die Ukraine führt. Und Europa weiß: Sowohl Russland als auch die USA würden den Störenfried gerne weiter im Amt sehen.

Das müssen Sie heute wissen: US-Finanzminister Bessent sucht händeringend nach Möglichkeiten, das Ölangebot am Weltmarkt zu steigern. Dazu will er nun ausgerechnet iranisches Öl vorübergehend „entsanktionieren“ – sofern es sich bereits auf See befindet. So wie es die USA kürzlich bereits mit russischem Öl gemacht haben.

Diesmal geht es um viel mehr Schattentanker. Iran habe derzeit 140 Millionen Barrel Rohöl auf verschiedenen Tankern auf See, sagte Bessent. Dies könne das Angebot für zehn bis vierzehn Tage sichern. Asien braucht dieses Öl dringend. Aber schon die Idee, ausgerechnet auf das Öl des von ihnen selbst angegriffenen Landes zurückzugreifen, zeigt, wie ziellos die USA agieren.

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