Gastbeitrag
Wie China Geschichte zur Machtfrage macht
Lesedauer: 5 Min.
Volker Stanzel
Botschafter a.D. und Analyst
Volker Stanzel, ist ehemaliger Botschafter in Peking und Tokio und war zudem Politischer Direktor des Auswärtigen Amtes. Ab 2018 war er Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Sein aktuelles Buch: „Newspeak and Newthink: China’s Rejuvenation of Ist Memory“, erschienen im März 2026 bei World Scientific. Dieser Text ist ein Auszug.
Gedenkfeiern, Denkmäler, Museen – scheinbar alltägliche Phänomene wie diese spielen in der internationalen Politik heute eine weit größere Rolle, als gemeinhin angenommen wird. Denn Staaten stellen gern eine Verbindung zwischen Gegenwart und Vergangenheit her. Regierungen leiten daraus Erklärungen für die vermeintliche Notwendigkeit bestimmter politischer Maßnahmen ab – sei es in Form historischer Erzählungen oder, nicht selten und fast überall, als Rechtfertigung für Kriege.
Die zentrale Frage scheint weltweit zunehmend zu sein, wie wir mit unseren Erinnerungen umgehen, sobald sie zu einem Bestandteil zwischenmenschlicher Beziehungen werden – ob sie Konflikte hervorrufen oder zur Versöhnung führen. Es ist die Frage, welche Form von Erinnerungspolitik den Herausforderungen gerecht wird, denen jene begegnen, die uns regieren. Erinnerungspolitik betrifft daher den Einzelnen ebenso wie die Gemeinschaft.
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