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Digitale Souveränität: Der Versuch eines Schulterschlusses

Lesedauer: 18 Min.

Guten Morgen. „Ich habe lange gebraucht, um in die Randstaaten des amerikanischen Imperiums zu gelangen“, sagte gestern auf der Viva Tech in Paris der US-Amerikaner Dakota Cary vom Cybersecurity-Unternehmen Sentinel One. Ausgerechnet in Frankreich von Europa als „Randstaaten des amerikanischen Imperiums“ zu sprechen, ist freilich gewagt.

Denn in Frankreichs Hauptstadt ist man bekanntlich nicht erst seit der Netflix-Serie „Emily in Paris“ mitunter etwas von Besuch aus Übersee genervt. Cary allerdings hatte die Bemerkung mit einem Augenzwinkern gemacht, denn in einer Debatte zum Thema KI-Souveränität in Europa sollten beide Seiten des Arguments möglichst markige Thesen aufstellen.

Der Amerikaner führte also aus, warum Europa nicht KI-souverän werden könne und griff dabei auf Argumente zurück, die durchaus auch auf Veranstaltungen auf der Messe dargelegt wurden – zum Beispiel der Mangel eines „robusten Kapitalmarkts“. Auch erlaube man in den USA Tech-Genies „abartig reich“ zu werden, was es wiederum leichter mache, Talente aus Europa anzulocken.

„Eure Zahlungen werden mit Systemen von Visa und Mastercard durchgeführt, und mit KI wird es genauso sein“, sagte er in einer weiteren Ohrfeige. In ihrer Antwort hielt die britische Forscherin Nayana Prakash sich dann aber auch nicht zurück. Das Trump’sche Chaos in den USA werde Europa noch Vorteile bringen, meinte sie. Im Tiefgang können Sie zum Thema Souveränität noch einmal mit etwas weniger Polemik lesen.

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