Guten Morgen. Forscherinnen und Forscher nutzen zunehmend KI-Methoden, um historische Geheimschriften zu entschlüsseln. Schätzungen zufolge ist rund ein Prozent der weltweit in Archiven und Bibliotheken gelagerten Dokumente ganz oder teilweise verschlüsselt.
Ein Forschungsteam der Universität Stockholm hat mithilfe von KI die sogenannte Borg-Chiffre aus der Vatikanischen Bibliothek entschlüsselt. Das mehr als 400 Jahre alte Manuskript umfasst 408 Seiten und galt lange als unlesbar. Die Übersetzung enthält unter anderem medizinische Rezepte sowie Anleitungen für Brandwaffen, die auf mittelalterliche Quellen zurückgehen.
Eingesetzt werden Systeme, die historische Handschriften zunächst digital erfassen und anschließend entschlüsseln. Neuere Ansätze kombinieren Transkriptionssoftware mit großen Sprachmodellen. Ein von den Forschenden entwickelter Chatbot konnte einen Ausschnitt der Borg-Chiffre mit rund 500 Symbolen innerhalb von knapp 30 Minuten übersetzen.
Die Wissenschaftler hoffen, künftig deutlich mehr verschlüsselte Dokumente zu erschließen. Neben historischen Erkenntnissen könnten auf diese Weise bislang unbekannte Quellen zu Politik, Medizin oder Alltagsgeschichte zugänglich werden.
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