Guten Morgen. Eine Sammlung an Erfahrungsberichten von Hochschullehrerinnen und -lehrern, die gestern im New Yorker erschienen ist, liest sich überwiegend pessimistisch im Hinblick auf den Einfluss von KI an Hochschulen. Vor allem bei Onlinekursen stelle sich die Frage, wie sinnvoll das alles noch sei, schrieb etwa Susanna F. Boxall, die Philosophie an der California State University in Chico lehrt.
Sie habe schon vor und nach dem Aufkommen von KI online unterrichtet, schrieb Boxall. In der Zeit vor der KI sei der Onlineunterricht dem Präsenzunterricht qualitativ unterlegen, aber immerhin „kein Witz“ gewesen. „Heute sind Onlinekurse ein Scheinbild von Bildung: Die Studierenden tun so, als würden sie lernen, und ich muss so tun, als würde ich ihnen etwas beibringen.“
„Meine emotionale Reaktion auf all das ist schwer zu beschreiben – sie liegt irgendwo zwischen Abscheu und Verzweiflung“, schrieb ähnlich ermattet David Roach, Assistenzprofessor für Geschichte an der Campbellsville University. „War es schon immer so, dass die Hälfte unserer Studierenden schummeln würde, wenn es nur leicht genug wäre?“ Schon bei dem Gedanken verzweifle er.
Immerhin Daniel Silver, Soziologieprofessor an der University of Toronto, Scarborough, hatte auch Erbauliches zu teilen. Denn KI habe ihn „aus recht bequemen Lehrgewohnheiten gerissen“. Das habe für Turbulenzen gesorgt, doch er habe das Gefühl, „dass wir alle, einschließlich der Studierenden, lernen, damit umzugehen, und dass wir am Ende besser daraus hervorgehen werden“.
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