Guten Morgen. Gestern wurde in München eine Fotografie erstmals gezeigt, deren Alter den Beginn der Geschichte dieser Technik in Deutschland auf einen Schlag um zwei Jahre von 1839 auf 1837 vorverlegt hat. Das ist mitnichten trivial, auch wenn man erst vergangenes Jahr herausfand, dass der Mond mal eben satte 40 Millionen Jahre älter ist, als man bis dahin dachte.
Fotografie veränderte alles, und auch wenn man Menschen schmeichelhaft oder eher ungünstig ablichten kann, zeigen unbearbeitete Fotos doch realitätsgetreuer, wie etwas oder jemand aussah, als die pompösen Ölgemälde von vorher, auf denen – so muss man annehmen – die ein oder andere Habsburger Unterlippe weniger unansehnlich dargestellt wurde, als sie tatsächlich war.
Dinge, die wir auf Fotos sehen, glauben wir instinktiv eher als solche, die alte Gemälde zeigen. Vielleicht wirkte auch deshalb der New Yorker Schweigegeld-Prozess von Donald Trump, der sich nun seinem Ende nähert, weniger unmittelbar als die anderen zahlreichen Eskapaden des Ex-Präsidenten, weil es davon nur diese bizarren Gerichtszeichnungen gab.
Dank KI sind wir jetzt wieder da, wo wir vor der Fotografie waren: Man darf den eigenen Augen nicht mehr trauen. Es sei denn, die Illusion ist der ganze Witz, wie im Film. „Prompting Hollywood – wie KI und virtuelle Kulissen die Filmproduktion verändern“, hieß ein Panel dazu gestern auf der Republica. Auf der waren meine Kolleginnen und Kollegen und ich übrigens wieder, und haben einiges für Sie mitgebracht.
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