Guten Morgen. Für das bayerische Abitur kann man schon einmal zwei Anläufe brauchen. Selbst, wenn man ChatGPT heißt. Note 5 in Deutsch, 4- in Mathematik und Ethik, immerhin eine 3 in Geschichte – besonders enttäuscht sei er aber über die 5 in Informatik gewesen, erzählte Christian Schiffer gestern auf der Republica in Berlin über sein im vergangenen Jahr gestartetes KI-Experiment.
Der Redakteur des Bayerischen Rundfunks und sein Kollege Philipp Gawlik haben der Version 3.5 des Chatbots damals das bayerische Abitur 2022 vorgelegt – und von echten Lehrkräften korrigieren lassen. In Deutsch habe die KI nur etwa ein Viertel der geforderten 800 Wörter geschrieben, in Informatik die Programmiersprachen vermischt, bemängelten die Lehrer.
Ganz schön streng, dieses bayerische Schulsystem. Schiffer, der das sagenumwobene bayerische Abitur erfolgreich überstanden hat, plädiert für etwas Milde mit der Maschine: Ohne Vorwissen eine 5 in Informatik zu schreiben, das sei keine schlechte Leistung. Mit dem Experiment habe man ChatGPT nicht vorführen wollen, sondern zeigen, „dass die KI nur so schlau ist wie die Fragen, die man ihr stellt“.
Mit dem Modell 4 des Chatbots kam dann aber der Erfolg: ChatGPT schaffte die Abituraufgaben und schloss mit einer 2 ab. Von einer 5 auf eine 2, das hätten sich viele wohl als Schülerin oder Schüler gewünscht. Sind wir mal froh, dass unsere Schulprüfungen, ob bayerisch oder nicht, schon hinter uns liegen.
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