Tiefgang
Webex-Kritik: BSI verteidigt sich vor Abgeordneten
Lesedauer: 4 Min.
Sowohl im Digitalausschuss als auch im Innenausschuss wird heute über die Sicherheit des Videokonferenzsystems Webex diskutiert. Dazu eingeladen ist das in die Kritik geratene Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). In einem Schreiben des BSI an den Digitalausschuss verteidigt sich die Behörde: Die Behauptung, es empfehle den Einsatz von Webex „ausdrücklich“, sei nicht korrekt. Das Schreiben liegt SZ Dossier vor.
Das BSI argumentiert vor dem Digitalausschuss, es könne keine BSI-Empfehlung zu Webex geändert werden, weil es gar keine zu ihrem Einsatz gebe: „Das BSI hat den C5-Katalog (Cloud Computing Compliance Criteria Catalogue) erstellt, der Mindestanforderungen an sicheres Cloud Computing spezifiziert.“ Cloud-Anbieter könnten die C5-Kriterien umsetzen und das durch Wirtschaftsprüfer nachweisen. „Diese Prüfer werden in diesem Fall direkt vom Cloud-Anbieter beauftragt. Das BSI ist an dem Vorgang der Testierung nicht beteiligt. Das BSI spricht darüber hinaus keine Produktempfehlungen aus.“
Damit tritt das BSI der Forderung von Digitalpolitikern entgegen, Webex komplett aus der Regierungskommunikation zu verbannen. Die Videokonferenz-Software war im Taurus-Skandal in die Kritik geraten, als ein Gespräch der Bundeswehr abgehört wurde. Laut Zeit Online ermöglichte eine Schwachstelle den Abfluss von Metadaten. Eine entsprechende Warnung veröffentlichte das zuständige BSI jedoch erst am Montag, mehrere Monate nach dem Taurus-Vorfall.
Jetzt mit
SZ Pro-Abo weiterlesen
Probeabo
79,99 €
0,99 €
Nach 4 Wochen kostet das Abo 79,99 € monatlich.
Werktäglich die Fachbriefings von SZ Dossier
Voller Zugriff auf SZ.de, SZ-Magazin.de und SZ-Dossier.de
Die digitalen Ausgaben der SZ – in der App und als E-Paper
Bereits SZ Pro-Abonnent? Einloggen
Ihr persönlicher Kontakt
Cornelia Schwarzmüller
089 2183 8825Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail an service@sz-dossier.de.