Tiefgang
Österreichs Lektionen bei der elektronischen Gesundheitsakte
Lesedauer: 6 Min.
Was in Deutschland 2025 kommen soll, ist in Österreich schon seit mehr als zehn Jahren ein selbstverständlicher Teil der Gesundheitsversorgung: die elektronische Gesundheitsakte (Elga) im Widerspruchsverfahren. Zumindest von den Zahlen ist das Nachbarland damit sehr erfolgreich: „Es sind weniger als 300.000 Personen, die sich aus Elga ‚herausoptiert‘ haben“, sagte Stefan Sabutsch SZ Dossier. Er ist Geschäftsführer der Elga GmbH. Das entspreche ungefähr drei Prozent, im Wesentlichen seien also alle Österreicher „drinnen“.
In Deutschland heißt die elektronische Gesundheitsakte elektronische Patientenakte und wird bisher von weniger als einem Prozent der Versicherten genutzt. Mit der Umstellung von Opt-In auf Opt-Out erhofft sich Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) einen Boost der Nutzerzahlen. In Österreich jedenfalls seien in den vergangenen Elga-Jahren einige Dinge „besser gelaufen“ und einige Dinge „nicht so gut“, sagte Sabutsch. Im Gespräch mit SZ Dossier teilt er seine wichtigsten Lektionen.
Erste Lektion – Komplexität nicht unterschätzen: „Es ist immer leicht, ein paar Systeme zusammenzuschalten. Aber alle Systeme von allen Gesundheitsdiensteanbietern eines Landes auf eine Plattform zu kriegen, das ist ein Riesenaufwand“, sagte Sabutsch. „Wir haben die öffentlichen Spitäler eingebunden, die Apotheken und die Kassenärzte zu einem großen Teil.“ Momentan arbeite man daran, auch Wahlärzte einzubinden. Wahlärzte heißen in Österreich niedergelassene Ärzte ohne Vertrag mit den gesetzlichen Krankenkassen. Auch Privatspitäler, Pflegeheime, Institute fehlen noch weitgehend. Für Behörden und Versicherungen gibt es ein Teilnahmeverbot.
Jetzt mit
SZ Pro-Abo weiterlesen
Probeabo
79,99 €
0,99 €
Nach 4 Wochen kostet das Abo 79,99 € monatlich.
Werktäglich die Fachbriefings von SZ Dossier
Voller Zugriff auf SZ.de, SZ-Magazin.de und SZ-Dossier.de
Die digitalen Ausgaben der SZ – in der App und als E-Paper
Bereits SZ Pro-Abonnent? Einloggen
Ihr persönlicher Kontakt
Cornelia Schwarzmüller
089 2183 8825Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail an service@sz-dossier.de.