Tiefgang
„KI steigert nochmal die Abhängigkeit von den Großen“
Lesedauer: 7 Min.
Die großen Tech-Unternehmen und die KI-Revolution stellen Wettbewerbshüter weltweit auf die Probe. „Früher haben wir auf die sogenannten ‚Killer Acquisitions‘ geschaut“, sagte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, im Interview mit SZ Dossier. Also, wenn große Unternehmen kleinere schlucken, um „entweder Wettbewerber auszuschalten oder sich gute Ideen einzuverleiben“. Bei KI gehen Großkonzerne aber anders vor: „Wir sehen solche Fusionen momentan nicht, dafür aber auf einmal ganz viele Kooperationen.“
Die Großen böten Daten, Rechenleistung, Cloud und Geld, die Kleinen die Technologie und agile Entwicklung. Prominentestes Beispiel: Microsoft und OpenAI. Der US-Konzern schloss erst diese Woche auch einen Deal mit Mistral, der französischen KI-Hoffnung ab (mehr dazu weiter oben in den Themen des Tages). „Es stellt sich die Frage, ob das wirklich nur Kooperationen sind oder vielleicht doch Fusionen“, sagte Mundt. Amazon und das US-Start-up Anthropic sei so ein weiterer Fall. „Das zieht sich durch die gesamte Tech-Landschaft.“
Die einschlägigen deutschen Behörden — Bundeskartellamt, Monopolkommission, die zahlreichen Datenschutzbeauftragten — genießen bei großen Tech-Unternehmen den Ruf von regulatorischen Trendsettern weltweit. Sie werden genau verfolgen, ob Mundts Beobachtungen entsprechende Entscheidungen folgen.
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