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Tiefgang

Kann ein Portal dem Fachkräftemangel trotzen?

Lesedauer: 5 Min.

Nicht unbedingt üblich: Die nationale Weiterbildungsplattform „mein Now“ ist Anfang des Jahres nicht nur pünktlich gestartet, sondern gehört zu den Digitalprojekten der Bundesregierung, für die es von verschiedenen Seiten wohlwollende Worte gibt. So zum Beispiel von den Gewerkschaften: Derzeit gebe es ein „Dickicht an schwer zu überschaubaren Weiterbildungsmöglichkeiten“, sagte Evelyn Räder, Abteilungsleiterin Arbeitsmarktpolitik beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), SZ Dossier. Deshalb sei es wichtig, dass sich Interessenten für berufliche Weiterbildung auf dem Portal eine erste Orientierungshilfe verschaffen können. Der DGB habe das Projekt im Rahmen der Nationalen Weiterbildungsstrategie immer befürwortet, sagte Räder.

Entwickelt und ins Leben gerufen hat das Projekt die Bundesagentur für Arbeit gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Mit dem Start zu Neujahr ist der Zeitplan eingehalten, der auch auf der Weiterbildungskonferenz der Bundesregierung vergangenen November ausgegeben wurde. „Wir wollen, dass sich alle Beschäftigten in Deutschland einfach und digital über ihre berufliche Weiterbildung informieren können“, hatte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) damals gesagt (SZ Dossier berichtete).

„In Deutschland herrscht ein massiver Fachkräftemangel, allein 149.000 Stellen für IT-Fachkräfte blieben im Jahr 2023 unbesetzt“, sagte Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung, SZ Dossier. Berufsbegleitende Weiterbildungen, aber auch Quer- und Wiedereinstiege seien daher wichtig. Ein Drittel der Unternehmen in Deutschland beklage allerdings, dass das Weiterbildungsangebot zu unübersichtlich ist, sagte Dehmel, die auch Mitglied im Digitalbeirat der Bundesregierung ist. Deshalb sei zu begrüßen, dass mit „mein Now“ die Transparenz, Zugänglichkeit und Übersichtlichkeit von Weiterbildungsmöglichkeiten in Deutschland erhöht werden soll.

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