Tiefgang
„Innovationssystem Deutschland“ in Gefahr
Lesedauer: 7 Min.
Wer die Verwaltung modernisieren will, muss es ganzheitlich angehen – vom Personal über Strukturen bis hin zur technischen Ausstattung. Sonst wird es nie was: Beschäftigte werden in Strukturen sozialisiert, die eine Arbeitskultur prägen, die wiederum Strukturen festigt. Gleichzeitig kann Technologie nur dann sinnvoll angewendet werden, wenn Strukturen und Prozesse dies zulassen.
Die drei Bereiche könnten nicht weiter isoliert voneinander betrachtet werden: So geht das Argument der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech). Die Studie „Innovationssystem Deutschland – Effizienz und Agilität der öffentlichen Verwaltung erhöhen“ wird heute veröffentlicht und am Abend in Berlin diskutiert. Unter den drei Autorinnen und Autoren ist Acatech-Vizepräsident Christoph M. Schmidt, der das RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung leitet.
Die Verwaltung laufe Gefahr, weit mehr als sich selbst zu bremsen. „Jeder Innovationsprozess im Land hat irgendwo Schnittstellen zur Verwaltung“, sagte Schmidt im Gespräch mit SZ Dossier. Arbeite die Verwaltung nicht effizient, sei das gesamte Innovationsökosystem gefährdet: „Zeit ist essenziell bei Innovationen“, sagte Schmidt. „Dinge, die schnell abgearbeitet werden könnten, sollten auch schnell abgearbeitet werden.“
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