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Tiefgang

„Es reicht nicht, die Schulen mit Hardware zu fluten“

Lesedauer: 7 Min.

Heute vor vier Jahren trat der erste Lockdown in Deutschland in Kraft, Schülerinnen und Schüler wurden vom einen auf den anderen Tag nach Hause geschickt. Deutschlands Schulen waren auf die Situation nicht vorbereitet, digitale Werkzeuge fehlten. Ein Großteil der Lehrerinnen und Lehrer hatte damals nicht einmal dienstliche E-Mail-Adressen, von Laptops ganz zu schweigen. Auch für die Schülerinnen und Schüler fehlten Endgeräte. Heute ist die Situation anders, Digitalisierung sei „selbstverständlich“ geworden, sagte Florian Fabricius, Deutschlands oberster Schülervertreter, im Interview mit SZ Dossier. Doch zu tun, gibt es immer noch viel. Denn Technik allein mache noch keine gute Schule aus.

Vor allem bei der Hardware und Infrastruktur habe sich etwas getan, sagte Fabricius. In den Schulen gebe es nun meist Wlan, Glasfaser und Whiteboards. „Leider geht es aber immer noch um die Digitalisierung bestehender Lernabläufe, das hat sich nicht verändert.“ Sprich: „Man ersetzt die Tafel durch ein Whiteboard und behandelt das Whiteboard wie eine Tafel.“ Das bringe keinen Mehrwert und sei reiner Selbstzweck. Whiteboards würden es erlauben, Youtuber oder Videos in den Unterricht zu integrieren und neue Anwendungen zu verwenden.

„In alten Muster zu verbleiben, ist immer der gemütlichere Weg“, sagte Fabricius. In Deutschland fehle der Fortbildungsdruck für Lehrkräfte. „Aus unserer Sicht müsste das regelmäßig und auch verpflichtend passieren.“ Es gebe zwar viele innovative Lehrkräfte, die etwa selbst Videos schneiden und sie zur Verfügung stellen. „Aber viele haben sich nach Corona auch gefreut, wieder ihre alten Lernblätter rauszuholen.“ Pisa-Vorreiter seien die Länder, „in denen sich Lehrkräfte kontinuierlich fortbilden lassen müssen“.

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