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Tiefgang

„Das Ganze muss signifikant skalieren, sonst erlebe ich in meiner beruflichen Laufbahn nicht mehr, dass das fertig wird“

Lesedauer: 9 Min.

Sie ist die erste Frau an der Spitze der Behörde. Die Volljuristin Katja Wilken leitet ab kommender Woche das Bundesverwaltungsamt (BVA), mit rund 6.000 Mitarbeitenden an 23 Standorten in ganz Deutschland eine der wichtigsten Bundesbehörden. Das BVA ist ein zentraler Dienstleister für den Bund, auch ressortübergreifend. Die Liste der Aufgaben ist lang – und sie wird länger: „Wir werden die Verantwortung für den Betrieb des Datenschutzcockpits übernehmen“, verrät sie im Antrittsinterview mit SZ Dossier. Dabei ist ein zentrales Werkzeug für die Zukunft digitaler Verwaltung in Deutschland gemeint. Bürgerinnen und Bürger sollen in der Anwendung nachvollziehen können, welche ihrer Daten zwischen Behörden fließen.

Doch der Reihe nach. Das BVA hat 2021 gesetzlich die teilweise Verantwortung über das größte Modernisierungsprojekt der deutschen Verwaltung übertragen bekommen: die Registermodernisierung. Dabei geht es darum, die veraltete Registerlandschaft in der Verwaltung zu vernetzen. Denn ohne vernetzte Register können Daten nicht fließen. Und ohne Datenfluss kann das sogenannte Once-Only-Prinzip nicht umgesetzt werden. Sprich: Solange es keine vernetzten Register gibt, müssen Bürger immer wieder von Neuem ihre Daten in Formulare tippen, obwohl der Verwaltung die Daten bereits vorliegen – einer der Klassiker ist die eigene Wohnadresse.

„Daten sind unser größter Schatz, leider nutzen wir ihn oft noch nicht hinreichend, weil die Strukturen in den Registern dafür fehlen“, sagte Wilken. In Vorreiterländern wie Dänemark gibt es dagegen bereits vorausgefüllte Anträge oder Anträge fallen ganz weg, weil automatisiert ermittelt wird, wer für bestimmte Leistungen antragsberechtigt ist und wer nicht. In Deutschland ist das noch Zukunftsmusik. „Wir müssen Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger und die Staatskasse durch Digitalisierung entlasten.“

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