Tiefgang
Dänemark: Wenn Staat und Bürger papierlos kommunizieren
Lesedauer: 5 Min.
Dänemark gilt nicht nur in Europa, sondern weltweit als absoluter Digitalvorreiter. Besonders ist, dass Behörden und Bürger standardmäßig digital miteinander kommunizieren – „digital only“ ist gesetzlich vorgeschrieben. „Wenn man 15 Jahre alt wird, erhält man einen Brief – die letzte physische Post von der Regierung“, sagte Adam Lebech, Vizedirektor der dänischen Digitalagentur, im Interview mit SZ Dossier. Die Regierung informiert die Jugendlichen darin, dass sie nun über eine elektronische Identität (eID) und ein digitales Postfach verfügen.
Wer triftige Gründe nennen kann, darf sich wieder abmelden („Opt out“). „98 Prozent nehmen die eID-Lösung an“, sagte Lebech. „Wir haben fünf Millionen Nutzer, die die eID 1,2 Milliarden Mal pro Jahr verwenden.“ Sie ist das Eintrittstor der Bürgerinnen und Bürger zu den wichtigsten Services der Wirtschaft und der Verwaltung. Egal ob E-Banking, Online-Shopping oder Services der Verwaltung: „Die eID in Dänemark funktioniert überall“, sagte Lebech.
Die Lösung, genannt „Mit ID“, läuft als App auf dem Smartphone und stellt bereits die dritte Generation der dänischen eID dar. Nutzerinnen und Nutzer können sich mit ihr im Internet ausweisen. Meist reicht dafür ein Swipe in der App, Nutzerfreundlichkeit wird hochgehalten. Bürger könnten Gesichtserkennung oder ihren Fingerabdruck nutzen, um sich in der App anzumelden. Nur manchmal brauche man seine Pin, sagte Lebech.
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