Die Lage. Die Industrie atmet auf: Das EU-Parlament hat fast ein Jahr nach dem Handschlag zwischen der EU-Kommissionspräsidentin und dem US-Präsidenten im schottischen Turnberry der Abmachung zugestimmt, mit Einschränkungen. Damit ist der „Deal“ durch, und es gibt eine gewisse Planbarkeit. Zumindest sinkt die Gefahr von Rachezöllen.
Nun fehlt nur noch die formale Zustimmung des EU-Rats und die Veröffentlichung im Amtsblatt. Dann entfallen die EU-Zölle auf US-Industrieimporte. Die USA kassieren bereits seit August 2025 nur noch die in Turnberry verabredeten 15 Prozent Aufschlag auf die meisten EU-Waren.
Das müssen Sie heute wissen: Es gibt allerdings Ausnahmen – und die haben es in sich. Höhere Abgaben werden unter anderem für Fahrzeuge und Fahrzeugteile, Aluminium und Stahl sowie Produkte mit einem Anteil dieser Metalle fällig. Deswegen begrüßt die Wirtschaft das Ja des Parlaments zwar, aber eben nicht überschwänglich. Es ist eben ein „Spatz in der Hand“, wie es VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup formulierte.
Niemand kann sagen, was solch ein Pakt mit Trumps USA wert ist. Turnberry basiert auf einer gemeinsamen Erklärung, die neben den Zollsätzen auch eine Reihe ungenauer Erwartungen und Zusagen enthält. Es bleibt Raum für Konflikte – und damit das Risiko neuer US-Zölle.
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