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Geoökonomie-Briefing

Ukraine beim G7-Gipfel: Plötzlich auf Augenhöhe

Lesedauer: 23 Min.

Die Lage. Die Europäische Zentralbank hat wie erwartet den Leitzins erhöht – das erste Mal seit knapp drei Jahren. Der Zinsschritt fiel allerdings vorsichtig aus, von 2,00 auf 2,25 Prozent. Leitzinserhöhungen sind nicht beliebt: Sie machen kreditfinanzierte Investitionen teurer und drohen so, das Wachstum zu verlangsamen – das derzeit ohnehin kaum spürbar ist. Aus der Wirtschaft kam prompt erwartbare Kritik.

Doch die EZB muss auf die Inflationsrate schauen – und die macht zurzeit Sorgen. „Der Krieg droht, die Inflation im Euroraum weiter anzufachen, während er die Wirtschaft schwächt“, begründete EZB-Präsidentin Christine Lagarde den Schritt. Die Inflationsrate in der Euro-Zone lag vor allem wegen der hohen Ölpreise im Mai bei 3,2 Prozent, und damit deutlich über dem EZB-Inflationsziel von zwei Prozent.

Das müssen Sie heute wissen: Wie es weitergeht, ließ Lagarde offen. Der Druck für weitere Zinsschritte bleibt. Die EZB-Ökonomen erhöhten ihre Inflationsprognose für das Gesamtjahr am Donnerstag von 2,6 auf 3,0 Prozent. Frühestens 2028 rechnen sie wieder mit einem Niveau um zwei Prozent.

Für einen stabilen Rückgang der Ölpreise braucht es ein Ende der Unsicherheit. Die ist bisher nicht zu haben. US-Präsident Trump kündigte binnen Stunden erst nächtliche Angriffe und eine baldige Übernahme iranischer Ölinfrastrukturpunkte an – und blies beides dann wieder ab. Sein Grund: Die bilateralen Gespräche hätten die höchste Ebene der iranischen Führung erreicht.

Willkommen in der Geoökonomie!

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