Die Lage. Der Iran-Krieg belastet die Volkswirtschaften Ostasiens schwer. Zwei Umfragen zeigen das besonders deutlich: Sowohl die EU-Handelskammer in China als auch ihr deutsches Gegenstück vor Ort haben in den vergangenen Tagen ihre Mitglieder nach den Auswirkungen des Kriegs befragt. 81 Prozent der europäischen Unternehmen berichten von Schwierigkeiten, Vorprodukte aus dem Nahen Osten zu beziehen; mehr als die Hälfte der deutschen Firmen in China verzeichnen steigende Transportkosten.
Europäische Unternehmen produzieren in der Volksrepublik praktisch unter den gleichen Bedingungen wie chinesische. Die Umfragen eröffnen also einen Blick auf das, was in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt aktuell los ist.
Das müssen Sie heute wissen: Die Auswirkungen sind in Asien bereits konkreter als in Europa. Der japanische Knabberwaren-Konzern Calbee bedruckt seine Chips-Packungen bereits schwarzweiß, weil Vorprodukte für farbige Drucktinte fehlen. Der Sojabohnen-Verarbeiter Mizkan hat die Produktion eingestellt, weil es kein Styropor für die Packungen fermentierter Bohnen gibt, die sein Flaggschiffprodukt sind. Wegen Naphtha-Mangel droht in Japan branchenübergreifend Kunststoffmangel.
Auch in Deutschland ist Knappheit an Vorprodukten möglich. Packungen für Kartoffelchips und Bohnen klingen erst einmal unwichtig. Wenn aber Mikrochips wegen Helium-Mangel fehlen, gehen die Lieferkettenschmerzen wieder richtig los. Ganz sicher werden die Preise durch die Bank steigen, selbst wenn der Krieg bald endet.
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