Die Lage. US‑Präsident Donald Trump hat auf seiner Plattform Truth Social überraschend angekündigt, dass die USA alle Angriffe auf iranische Kraftwerke und Energieanlagen für fünf Tage aussetzen. Noch am Wochenende hatte er ultimativ mit genau diesen Angriffen gedroht, wenn Teheran die Straße von Hormus nicht binnen 48 Stunden für den internationalen Schiffsverkehr freigibt. Das Ultimatum wäre in der Nacht zu Dienstag ausgelaufen.
Die nervösen Märkte reagierten prompt: Der DAX sprang binnen Minuten um 1.300 Punkte nach oben, auch die US‑Börsen eröffneten freundlich. Öl‑ und Gaspreise gaben nach – ebenso die Renditen von US‑Staatsanleihen, die zuvor den höchsten Stand seit 2011 erreicht hatten.
Das müssen Sie heute wissen: Steigende US‑Anleiherenditen sind die Sprache, die Trump versteht. Denn wenn die Zinsen zu kräftig klettern, wird die Schuldenfinanzierung für Washington teurer. Zugleich geraten Aktienmärkte und Investitionen unter Druck.
Schon im Handelsstreit mit China war Trump zurückgerudert, als die Renditen in die Höhe schnellten. Beobachter nennen dieses Muster „Taco“, kurz für „Trump always chickens out“ – Trump macht am Ende doch einen Rückzieher. Nur: Mit dieser am Börsenkurs orientierten Politik richtet der US-Präsident trotzdem gigantischen wirtschaftlichen Schaden an.
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