Guten Morgen. Dass Karsten Wildberger KI für Reden und Texte nutzt, wie die Zeit recherchierte, ist aus meiner Sicht erst einmal kein Skandal. Eher im Gegenteil: Ein Digitalminister, der KI nicht ausprobiert, müsste sich erklären.
Gerade bei politischen Texten gehen wir automatisch davon aus, dass sie nicht allein am Küchentisch entstehen. Politische Kommunikation war immer schon eine arbeitsteilige Angelegenheit.
Bisher hat niemand unter einen Kommentar geschrieben: „Dieser Text wurde unter Mitwirkung eines Redenschreibers, zweier Pressereferenten und der Leiterin einer Fachabteilung erstellt.“ Auch nichtssagende Floskeln in der Politik sind keine Erfindung der KI.
Was ist also anders? Neu ist, dass wir Teil eines großen Umbruchs sind und noch keine guten und allgemein akzeptierten Regeln dafür als Gesellschaft gefunden haben. Aufgeregte Debatten darüber, ob jemand KI nutzt oder nicht, werden uns hier aber nicht weiterbringen, sondern eher die Frage: Wie wollen wir KI nutzen? Und welche roten Linien gibt es dafür?
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Cornelia Schwarzmüller
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