Guten Morgen. Die Digitalisierung der Verwaltung kann eine ziemlich zähe Angelegenheit sein. Da ist es nachvollziehbar, dass die Stadt Kiel in einem Instagram-Video mit den eigenen Fortschritten prahlen wollte. Doch als Beispiel für gelungenen Bürokratieabbau suchte man sich ausgerechnet Austritte aus der Kirche aus.
Dort kam der Servicepost alles andere als gut an: „Es ist sehr befremdlich, dass eine Verwaltung öffentlich den Kirchenaustritt bewirbt“, sagte die Leiterin des katholischen Büros Schleswig-Holstein im Erzbistum Hamburg den Kieler Nachrichten.
Ein Austritt aus der Kirche sei „kein neutraler Vorgang wie eine Ummeldung oder ein neuer Personalausweis“, pflichtete ihr von evangelischer Seite der landeskirchliche Beauftragte der Nordkirche beim Land bei. Ein Kirchenaustritt berühre „sehr persönliche Fragen von Glauben, Zugehörigkeit und Lebensgeschichte“.
Das Video wurde inzwischen gelöscht. Es sei nie die Absicht gewesen, Werbung für Kirchenaustritte zu machen, sagte eine Sprecherin der Stadt der Bild. „Ziel des Beitrags war es vielmehr, neue Online-Dienste vorzustellen.“
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