Guten Morgen. Keine Ampeln, keine Straßenbeleuchtung. Auf dem Weg nach Potsdam waren am Samstagabend im Berliner Südwesten nur vereinzelt Lichter in den Fenstern der Häuser zu sehen, lediglich im Immanuel-Krankenhaus in Wannsee waren die Flure erleuchtet.
Für rund 45.000 Berliner Haushalte und 2.200 Gewerbebetriebe fiel durch einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Kraftwerk Lichterfelde der Strom aus. Das bedeutet in den meisten Fällen auch: kein Warmwasser, keine Heizung, kaum Empfang.
Während Teile von Lichterfelde, Zehlendorf und Schlachtensee wieder angeschlossen wurden, soll sich die Reparatur für 31.000 Haushalte noch bis Donnerstag hinziehen. Die Temperaturen bleiben insbesondere nachts unter dem Gefrierpunkt. Berlin rief gestern erstmals die Großschadenslage aus. Die Bundeswehr soll bei der Versorgung helfen und unter anderem Suppenküchen einrichten, viele Schulen und Kitas bleiben geschlossen.
Dem Staatsschutz des Landeskriminalamtes liegt ein laut Landesregierung authentisches Bekennerschreiben vor, in dem sich eine linksextremistische Gruppe zu dem Anschlag bekennt. „Das ist nicht nur eine Brandstiftung oder Sabotage. Das ist schon Terrorismus“, sagte der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) gestern Abend im Rbb.
„Wir haben einen schweren Anschlag auf unsere kritische Infrastruktur erlebt, zum wiederholten Male auf unser Stromnetz“, sagte Wegner zuvor bei einer Pressekonferenz. „Darüber werden wir zu reden haben, wie wir das zukünftig noch besser schützen können.“
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