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Digitalwende-Briefing

Ciso (noch) ohne Heimat

Lesedauer: 15 Min.

Mit Selina Bettendorf und Matthias Punz

Guten Morgen. Mein Kollege Gabriel Rinaldi war klug genug, gestern einen sehr frühen Zug zum OMR Festival in Hamburg zu nehmen, weil er geahnt hatte, dass es Schwierigkeiten geben würde. In der Tat fiel mein Zug dann aus, und der nächste war dementsprechend so voll, dass ich im Fahrradabteil auf dem Boden saß – zusammengepfercht mit vielen anderen OMR-Besuchern.

Zwei von ihnen schwatzten lautstark darüber, was sie erwarten sollte. „Die Kim schau ich mir nicht an – was will die noch erzählen?“, sagte der eine, die geladene Reichweiten-Revolutionärin aus dem Kardashian-Clan verunglimpfend. „Ich will nur Valentin Stalf hören, der hat mein ganzes Geld“, sagte der andere, und meinte wohl, dass er ein Konto bei der von Stalf gegründeten App-Bank N26 hat.

Wer wollte, konnte später aber eben doch herausfinden, was Kim Kardashian „noch sagen wollte“ – fast pünktlich um 16 Uhr, obwohl Vizekanzler Robert Habeck am Morgen mit seinen charakteristisch blumigen Ausführungen seine Redezeit wohl so überzogen hatte, dass sich zunächst satte Verspätungen durchs dicht getaktete Programm zogen.

Kollege Rinaldi und ich schafften es neben 7000 anderen dennoch in die richtige Halle – und saßen sogar eine Reihe vor Skifahrerlegende Felix Neureuther. Kardashians Auftritt, um das Geheimnis endlich zu lüften, war dann der eines Profis, wie man es erwarten konnte. Inklusive eines beim deutschen Publikum schon seit analogeren Zeiten Entzückung hervorrufenden „my grandmother is half German“.

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