Guten Morgen. Für das, was eine KI ausspuckt, ist wichtig, was man ihr vorher gegeben hat. Spannend wird das auch, wenn es um Glaubensfragen geht, wie der Evangelische Pressedienst jetzt berichtet. Das zunehmende Interesse von Kirchenmitgliedern an KI und Dienstleistungen wie Sinnsprüchen habe das Augenmerk der Kirchen darauf gelenkt, was für Theologie eigentlich im Internet kursiert.
Derzeit würden populäre KI-Programme wie ChatGPT theologisch vor allem von freikirchlich-evangelikalen Kreisen aus den USA gespeist. Deren Theologie sei aber mitunter sehr verschieden von der deutscher Landeskirchen. Miriam Hechler, Beauftragte der württembergischen Landeskirche für innovatives Handeln und neue Aufbrüche, ermunterte Pfarrer deshalb dazu, ihre Predigten ins Netz zu stellen.
Das könnte heiter werden, wenn die Kirchen jetzt anfangen, massenweise Glaubensinhalte hochzuladen, um die Deutungshoheit zu gewinnen. Denn bei religiösen Gefühlen hört der Spaß schnell auf, wie jetzt auch die italienische Snack-Firma Amica Chips lernen musste, nachdem sie in einem Werbespot Nonnen entzückt ihre knusprigen Knabbereien essen ließ statt der heiligen Kommunion.
Empört haben sich seitdem viele, die die Grenzen des guten Geschmacks überschritten sehen. Doch das ist bekanntlich meist subjektiv. Wie auch die Kunst, apropos: In der Pinakothek der Moderne in München hat ein Mitarbeiter jetzt kurzerhand sein eigenes Bild an die Wand gehängt. Ein bisschen hemdsärmelig, nicht digital, aber so kann man den Kanon freilich auch beeinflussen.
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