Guten Morgen! „Ja stimmt, das kann man eigentlich gar nicht erfinden“, sagte gestern ein Beteiligter zu mir, der nicht namentlich genannt werden will. Aber der Reihe nach: Kommende Woche treffen sich wieder die Digitalbeauftragten von Bund und Ländern im IT-Planungsrat. Uns liegt die Agenda vor, vergangene Woche haben Sie schon exklusive Berichte zur NIS-2-Umsetzung und zur digitalen Dachmarke für Deutschland bei uns gelesen. Weiter unten im Tiefgang finden Sie Sitzungsdetails zum Thema Cloud.
Ein weiteres Thema auf der Tagesordnung: Schon eine Weile gibt es einen digitalen Marktplatz für Online-Verwaltungsleistungen. Dort können Verwaltungen digitale Services einkaufen, die zu großen Teilen im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes (OZG) entwickelt wurden. Meist von einem Bundesland, das die Services allen anderen Bundesländern nach dem „Einer für Alle“-Prinzip (EfA) zur Verfügung stellt. Der Marktplatz soll nun ab April verpflichtend genutzt werden müssen.
Der Grund laut den Sitzungsunterlagen: Bei der Föderalen IT-Kooperation (Fitko), die bevor es den Marktplatz gab, die Verträge zwischen den Bundesländern und Interessenten verwaltete, gingen weiterhin „in extrem hohen Maße Papierverträge ein“. „Der Aufwand für die Bearbeitung der Papierverträge ist im Verhältnis zur Abwicklung des Vertragsschlusses auf dem Marktplatz im Durchschnitt dreimal so hoch“, heißt es in den Unterlagen. Hinzu komme der „extrem hohe Aufwand der Erfassung der relevanten Rechnungsdaten aus den Papierverträgen“.
Die Fitko werde das Ganze bald „nicht mehr eigenständig abwickeln können“, externe Hilfe müsse eingekauft werden, wenn der digitale Marktplatz nicht endlich stärker genutzt wird. Sprich: Die zentrale Bund-Länder-Anstalt für die Digitalisierung der Verwaltung in Deutschland erstickt aktuell an Bergen aus Papier, weil Verwaltungen, die Services digitalisieren wollen, sich weigern, Verträge digital abzuschließen. Bleiben Sie trotzdem hoffnungsfroh!
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