Guten Morgen! „In Linz beginnt’s“ – so lautete lange der Tourismus-Slogan der oberösterreichischen Landeshauptstadt an der Donau. Diesen Spruch kann man jetzt vielleicht wieder ausgraben, zumindest wenn es nach dem Informatik-Professor Sepp Hochreiter geht, der an der Johannes Kepler Universität Linz das Institute for Machine Learning und das Artificial Intelligence Lab leitet.
Mit seinem KI-Modell, das „besser und schneller“ als ChatGPT sei, könne er OpenAI, die Firma hinter dem Chatbot „vom Markt hauen“, hat Hochreiter der österreichischen Tageszeitung Standard zufolge gesagt, und dann mit seinem Weggang aus Österreich gedroht, um woanders um das Geld zu werben, das man für erfolgreiche KI erst einmal ausgeben muss.
Doch die Drohung wird nicht wahr gemacht, wie sich gestern herausstellte: Hochreiter verkündete, zusammen mit Industriepartnern und der Uni Linz das Unternehmen NXAI zu starten. So wolle er ein europäisches KI-Sprachmodell entwickeln, das global wettbewerbsfähig ist. Vergangenes Jahr hatte er die Kosten für ein solches Unterfangen auf 54 Millionen Euro pro Jahr geschätzt.
Zum Vergleich: OpenAI-Chef Sam Altman hat mal gesagt, es habe über 100 Millionen Dollar gekostet, ChatGPT-4 zu trainieren. Billig ist eh nichts, was mit KI zu tun hat, aber mit Gold kaum aufzuwiegen wäre es vielen zufolge, wenn Europa eine Antwort auf OpenAI fände. Und wirklich unbezahlbar wär‘s, wenn man über die KI-Aufholjagd dann auch noch sagen könnte „In Linz beginnt’s“ - denn was sich reimt, ist gut.
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