Guten Morgen! Des einen Freud ist oft des anderen Leid. So auch bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens, bei der am Freitag ein großer Fortschritt verzeichnet werden konnte. Der Bundesrat machte den Weg frei für die elektronische Patientenakte, die ab 2025 alle gesetzlich Versicherten standardmäßig eingerichtet bekommen, sofern sie nicht aktiv widersprechen. Bereits seit Anfang Januar gilt die Pflicht für das E-Rezept. So weit, so gut. Doch was, wenn mal alles ausfällt?
Davor warnte die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). Digitale Anwendungen wie die E-Patientenakte und das E-Rezept würden künftig immer „mehr im Mittelpunkt der Versorgung“ stehen, sagte Verbandschef Gerald Gaß. Der Betrieb der Telematikinfrastruktur (TI), die die verschiedenen Akteure im Gesundheitswesen digital verbindet, müsse daher „entsprechend abgesichert“ sein. „Je mehr Versorgungsprozesse über die TI abgebildet werden, umso größer wären die Auswirkungen eines Ausfalls der TI.“
Damit künftig alles glattläuft, seien vor allem die Bundesländer gefragt. Sie müssten „ihren Investitionsverpflichtungen nachkommen“. Denn die Krankenhäuser hätten besonders große Herausforderungen im Bereich der IT-Sicherheit zu bewältigen. Einfach mal alle Systeme herunterfahren, wenn ein Angriff vermutet wird, wie das in anderen Bereichen üblich ist, sei „im laufenden OP-Betrieb eines Krankenhauses kaum denkbar“.
Wie attraktiv Krankenhäuser für Cyberkriminelle sind, zeigen allein die vergangenen Tage. So wurde die Caritas-Klinik Dominikus in Berlin-Reinickendorf erfolgreich angegriffen und ist derzeit nur eingeschränkt erreichbar. Im Dreifaltigkeits-Hospital in Lippstadt liegen seit Freitag große Teile der IT-Systeme lahm, davon betroffen sind auch zwei dazugehörige Krankenhäuser. Vergangene Woche haben Hacker zudem die IT-Systeme der Bezirkskliniken Mittelfranken angegriffen und Daten verschlüsselt.
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