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Digitalwende-Briefing

Kann China mit Huawei Deutschland ausspionieren?

Lesedauer: 20 Min.

Guten Morgen! Außerhalb Berlins hat man Vorurteile über die Hauptstadt. Vor wenigen Tagen behauptete Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied, in der Regierungsblase hätten viele „noch nie gearbeitet, noch nie geschwitzt“. Noch schlimmer die Klischees über die Digitalwirtschaft: Hier säßen die Techies in unverputzten Ex-Fabrikhallen auf Gymnastikbällen und dächten sich Quatsch aus, während sie trendige Heißgetränke mit lupenreinen Wertschöpfungsketten schlürften.

Das schwang zumindest im inzwischen legendären Wutanfall eines von Bürokratie gebeutelten Wollunternehmers mit, der im NDR von den windgepeitschten Ebenen Mecklenburg-Vorpommerns herunter schimpfte: „Wir können nicht alle mit einem MacBook und einem Chai Latte in Berlin in einem Co-Working-Space sitzen und die zehnte Dating-App erfinden.“

Zumindest der Industriecharme der mit Wlan zu neuem Leben erweckten Fabrikhalle kommt jetzt aber auch in die Provinz – nach Grevenbroich in Nordrhein-Westfalen zum Beispiel. Dort wird das stillgelegte Braunkohlekraftwerk Frimmersdorf umfunktioniert – zu einem „Rechenzentrum für den Landesbetrieb IT.NRW und ein Innovations- und Bildungscampus für IT-Sicherheit der öffentlichen Verwaltung“, hieß es gestern unter anderem vom Energiekonzern RWE.

Die Maschinenhalle biete außerdem Raum für Büronutzung, Labore sowie Besprechungs- und Seminarräume, verkündete das Digitalministerium in Düsseldorf. Grevenbroich also auf dem Weg zum neuen Tech-Eldorado. Passend, dass Horst Schlämmer, Sohn der Stadt, seit Kurzem wieder in Werbespots sein Unwesen treibt. „Sei kein Horst“, heißt es darin. Das hat man sich in seiner Heimat wohl zu Herzen genommen.

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